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November 2008
Kurzanalyse der gegenwärtigen gesamtwirtschaftlichen Lage

Nachdem in der Automobil- und Zuliefererindustrie im Juli - aufgrund der guten Auftragslage - noch vorproduziert wurde, kam es im August zu einem Auftragsrückgang in bisher noch nicht da gewesenem Umfang. Dieses betraf sowohl den PKW-Bereich, wie auch den LKW-Bereich, d.h. neben dem Konsum auch die Investitionsgüter.

Die Chemische Industrie hatte einen Monat später die gleiche Entwicklung zu verzeichnen.Aufgrund der zeitlich vorhergehenden Finanzkrise und der oben beschriebenen Sachverhalte reagieren fast alle Unternehmen ähnlich.

Sie stoppen, so weit es noch möglich ist, die Investitionen.
Sie bauen sämtliche Vorräte ab. Da die Nachfrage in vielen Bereichen äußerst gering ist, wird dieser Prozess noch einige Zeit andauern.

Die Rohstoffpreise verfallen zusehends. Beispiele sind Rohöl, Aluminium, Nickel und Kupfer.
Sämtlichen Leiharbeitern wird gekündigt, befristete Verträge stehen zur Disposition, die Zeitkonten werden auf Null oder ins Minus gefahren und der Resturlaub ist bis 31.12.08 zu nehmen. Die Wochenarbeitszeit wird verkürzt und Kurzarbeit für das erst Quartal 2009 ist angemeldet.
Die Banken verkürzen vielfach ihre Bilanzen, was dazu führt, dass bestehende Kredite fällig gestellt werden und neue Kredite hinausgezögert bzw. gar nicht gegeben werden.
Auch Firmen, die bisher nicht oder nicht so stark betroffen sind, spüren bereits mittelbare Auswirkungen, wie z.B. Zahlungsprobleme ihrer Kunden.

Da die oben beschriebenen Maßnahmen zeitlich noch nicht lange wirken, ist davon auszugehen, dass die Stärke der Wirkungen zunimmt und nach und nach auch andere Branchen betroffen sein werden.

Es droht eine starke Rezession mit katastrophalen Auswirkungen für die gesamte Bevölkerung.

Leider kann ich zur Dauer nur sagen, dass sie unbekannt ist. Es ist zu bezweifeln, ob die freie Marktwirtschaft aus eigenen Stücken heraus die Korrektur zum Besseren schafft. Eine Besserung ist m. E. erst nach fundamentalen Veränderungen der Wirtschafts- und Finanzpolitik zu erwarten. Der Staat muss mehr investieren und die Belastungen für die Bevölkerung absenken. Die Zentralbanken haben das notwendige Geld bereitzustellen und die Leitzinsen abzusenken. Die Banken müssen dafür sorgen, dass sie genügend Eigenkapital zur Verfügung haben, um ihrerseits die Hilfen von Staat und Zentralbank an ihre Kunden weiterzuleiten. Eine Ablehnung staatlicher Hilfe schadet der Volkswirtschaft. Hier ist gesetzlich Abhilfe zu schaffen.

Nur mit einer konzertierten Aktion aller Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft ist diese äußerst schwierige Lage zu meistern.